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Weißer Hai stärker bedroht, als gedacht …

… unter dieser Überschrift habe ich heute einen kurzen Artikel auf Seite 2 der Wochenzeitung „Märkischer Sonntag“ aus Frankfurt (Oder) gefunden.

Kapstadt (dpa):
Der Weiße Hai ist in den Weltmeeren nach Ansicht von Meeresbiologen in Südafrika deutlich stärker bedroht, als bisher gedacht. „Wir haben mit 532 weißen Haien vor der Küste Gansbaais nur halb so viel Haie entdeckt, wie vermutet“, berichtete der US-Meeresbiologe Oliver Jewell der Nachrichtenagentur dpa. Dabei gelte dieser Küstenabschnitt nach Kapstadt als das Gewässer mit der dichtesten Population Weißer Haie in der Welt. Die Überfischung der Haie werde vor allem wegen der Bedeutung ihrer Flossen für die asiatische Küche verursacht, betonte der Wissenschaftler. Er ist einer der Autoren der jetzt vorgestellten Hai-Studie des „Dyer Island Conservation Trust“ (DICT) in Gansbaai. Die Wissenschaftler kommen aufgrund ihrer fünf Jahre währenden Studien zu dem Ergebnis, dass auch die Gesamtzahl der Weißen Haie weltweit nur halb so groß sein könnte wie vermutet. Bisher lagen die Schätzungen zwischen 3.000 und 5.000 Tieren. Weltweit werden der „Sharklife Conservation Group“ zufolge zwischen 23 und 73 Millionen Haie aller Arten (pro Jahr!; eigene Anmerkung) getötet. Falls die Vermutungen stimmen, wäre der Weiße Hai eine der am meisten bedrohten Tierarten in der Welt, meinte Jewell. „Es ist an der Zeit für Südafrika, die Initiative zum verstärkten Schutz der Weißen Haie zu ergreifen“, forderte DICT-Chef Wilfred Chivell dem Nachrichtensender eNCA zufolge.

Hoffentlich hören die Verantwortlichen in Südafrika die Forderung und setzen diese um. Dann wäre wenigstens ein Anfang getan.
Nun hatte ich ja im August 2012 die Möglichkeit, die großen Weißen Haie selbst erleben zu dürfen. Hier endlich einmal ein Beitrag, der eben nicht nur über einen der seltenen, weltweiten Unfälle mit Haien berichtet, sondern über das drohende Ende dieser Tiere. Tatsache ist, dass wir auch auf unserer Reise weniger Exemplare gesehen haben, als vorher angenommen. Es wurde versucht Erklärungen dafür zu finden. Wir haben es auf die recht frühe Zeit und auf das Wetter geschoben. Anhand dieses Artikels habe ich aber eher die Vermutung, dass es daran wohl nicht gelegen haben wird.

Was viele auch gar nicht wissen: In den meisten Kosmetika ist Hai-Collagen enthalten. Obwohl man Collagen ja inzwischen künstlich herstellen kann, bedient man sich in der Kosmetikindustrie immer noch der natürlichen Ressourcen.

Aber wie es eben immer so ist, mit uns Menschen: Warnt jemand vor einer objektiv möglichen Katastrophe, wird das entweder ignoriert, oder notwendige Gegenmaßnahmen mit „… es wird schon nicht so schlimm werden … “ , oder noch besser mit: „… das ist nicht finanzierbar!“  nicht durchgeführt. Kommt es dann doch zur vorhergesagten Katastrophe, sind die selben Leute nur am Jammern ob des Ausmaßes der Katastrophe und über die benötigten finanziellen Mittel, um die Folgen der Katastrophe zu beseitigen.

Wir fliegen zum Mond, sogar zum Mars, haben aber absolut keine Ahnung, was sich auf ca. 70% unseres Planeten – nämlich unterhalb der Meeresoberfläche – abspielt. Ist das nicht traurig? Ich finde schon! Zugegeben, wir wissen nicht genau, was passiert, wenn die Top-Räuber, nämlich die Haie aus den Meeren verschwunden sind. Aber eine gewisse Vorahnung sollten wir bereits anhand der Erfahrungen aus überfischten Gewässern haben. Explosionsartige Vermehrung von Riesen-Quallen im Gelben Meer vor Japans Küste sollte uns Warnung genug sein.

400 Millionen Jahre Evolution haben die Haie überlebt.

50 Jahre Raubbau in den Meeren durch den Menschen reichen aus, diese Tiere auszurotten.

Und der Mensch will die führende und einzig zivilisierte Spezies auf diesem Planeten sein?

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